Buzz Marketing: Die neue Form des Word of Mouth!

von | 23.02.2022

Während stille Post noch nie so richtig funktioniert hat, sind die mündliche Weiterempfehlung oder Gespräche an sich die beste Möglichkeit, im Gedächtnis zu bleiben. Genau das beschreibt auch das “Word of Mouth” und darum dreht sich auch der Begriff Buzz Marketing. 

Der Begriff “Buzz” bedeutet summen oder schwirren und kann mit Gerede oder Geflüster ins Deutsche übersetzt werden. Mit dieser Marketingtechnik soll der Bekanntheitsgrad eines Produkts oder einer Dienstleistung erhöht werden. 

Buzz in Kombination mit Marketing gilt als Teil des viralen Marketings und geht mit einer schnellen Verbreitung einer Marketingmessage von Mensch zu Mensch einher. Diese Interaktion geschieht meist mittels Gesprächen in Familien- oder Freundeskreisen der Konsumenten oder in Diskussionsrunden auf Social-Media-Plattformen. 

Was ist der genaue Hintergedanke von Buzz Marketing? 

Die konkrete Intention von Buzz Marketing ist Folgende: Wenn man die Konsumenten dazu bewegen kann, über das Produkt oder den Service zu sprechen, wird auch die Wahrnehmung und folglich das Verlangen gesteigert. Zudem haben Gespräche oder Kommunikationsinteraktionen jeglicher Art zur Folge, dass das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit an die Marke gesteigert wird. Folglich steigert das auch den Social-Media-Traffic, was sich wiederum positiv auf den Umsatz auswirkt.

Wie kann man Buzz Marketing am besten Anwenden? 

Um diese Form des Word of Mouth anzuwenden, können Unternehmen beispielsweise das Produkt oder die Dienste bei einer Veranstaltung oder mithilfe eines Stands promoten. Die Verbraucher sollten die Ware am besten einmal selbst ausprobieren, da Menschen immer gerne über ihre eigenen Erfahrungen berichten. 

Im Online-Bereich werden dafür in der Regel auch Personen mit einer großen Anhängerschaft hinzugezogen. Meist handelt es sich dabei um Influencer, Early Adopter oder Blogger. Diese Akteure teilen ihre Erfahrung und Meinungen mit der breiten Masse, wodurch proaktive Gespräche entstehen. Die Meinung von Menschen mit einer hohen Followerzahl erregen leicht Aufmerksamkeit und können das Bewusstseins eines Produkts beeinflussen. 

Deshalb setzen viele Vermarkter auf sogenannte “Konnektoren”, sprich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder sogar Prominente, denen die Fangemeinde eine hohe Glaubwürdigkeit zuspricht. Für die Unternehmen ist dabei von zentraler Bedeutung, dass sie auf diesen Kanälen eine Echtzeit-Kommunikation mit ihren potenziellen Kunden führen, womit eine Stimmung geschaffen wird, mit denen sich die Kunden wertgeschätzt und ernst genommen fühlen.

Welche Buzz Marketing Strategien gibt es noch? 

Grundsätzlich wird zwischen zwei Strategien unterschieden: Buzz Marketing durch Unternehmen und Buzz Marketing durch Agents. 

Für Letzteres wird auch auf die Unterstützung von angesehenen Bloggern oder Influencern gesetzt. Die Produkte werden zur Verfügung gestellt mit der Bedingung, diese öffentlich zu erwähnen. Zudem wird auch auf Strategien in Website-Foren, Kunden und Fan-Communitys, Message Boards und andere Gruppen gesetzt. 

Bei Buzz Marketing durch Unternehmen wird außer Messebesuche auch oft auf Online-Videos zurückgegriffen, die einen intensiven Sensationscharakter besitzen, um die Menschen dazu zu bewegen, darüber zu sprechen. Somit wird versucht, mit populären Inhalten, Kapital zu schlagen. Dabei sind Hashtags auch ein sinnvolles Werkzeug, um ein neues Trendthema im Publikum zu integrieren. 

Im Outbound-Marketing wird viel mehr auf Quantität statt Qualität gesetzt, in der Hoffnung, so viel Menschen wie möglich zu erreichen. Buzz Marketing hingegen setzt auf die Stärke einer personalisierten Botschaft.

Die 4 verschiedenen Arten von Buzz Marketing: 

Um ein Produkt zu “buzzen”, müssen die Menschen dazu inspiriert werden, darüber zu sprechen. Das erreicht man am besten, wenn Inhalte verbreitet werden die Emotionen auslösen. Es gibt 4 verschiedene Arten, mit denen ein Unternehmen Aufmerksamkeit generieren und die Menschen zum Reden und Teilen anstiften kann:

Die Inspiration:

Viele Menschen sind auf der ständigen Suche nach neuen Anregungen, Eindrücken oder Impulsen. Inspirierende Inhalte geben den Menschen einen unersetzlichen Mehrwert, vorausgesetzt Authentizität steht an erster Stelle. Sprüche, die vor Klischeehaftigkeit triefen, werden keine große Wirkung erzielen. Vielmehr sollten Unternehmen tatsächliche Erfolgserlebnisse oder wahre Offenbarungen mit den Lesern teilen.

Das Geheimnis:

So blöd es klingt, aber “Ich weiß, was du nicht weißt” hatte schon immer einen immensen Sensationswert. Die Menschen sind von Natur aus neugierig und möchten gerne alles wissen. Genau das sollten Unternehmen zu ihrem Vorteil nutzen. Mit vermeintlichen Insidertipps oder Sneak-Peaks auf künftigen Inhalten kann das Verlangen nach Sensation getriggert werden. Durch „Behind the Scenes“-Inhalten werden den Leuten vermeintliche Wahrheiten präsentiert. Der Vorhang fällt und die Begeisterung steigt.

Die Kontroverse:

Es gibt einfach sehr viele Menschen, die Diskurse und Diskussionen in ihrem Alltag brauchen, wie die Luft zum Atmen. Dieses Mitteilungsbedürfnis wird mithilfe von kontroversen Themen ins unermessliche gesteigert. Dabei gilt: Provokation is Key! Je tabuisierter, desto besser. In dieser Schlangengrube müssen Unternehmen allerdings auch mit perfekt recherchiertem Backgroundwissen punkten. Möglichst transparent sollte mitgeteilt werden, warum die eigene Position und die Sichtbarkeit ihre Daseinsberechtigung haben. Ansonsten könnten Unternehmen im Internet regelrecht zerrissen werden.

Das Bizarre:

Vielleicht haben Sie es mitbekommen, wie das jüngste Sturmtief „Zeynep“ zu einer heftigen Sturmflut in Hamburg geführt hat? Dabei ging auch ein Video einer Fährfahrt viral, bei der eine Welle kraftvoll durch die Frontscheibe der Fähre geplatzt ist. Ein wirklich bizarres Video, das auf allen Kanälen verbreitet wurde. Vielen Hamburgern wurde dieses Video zusätzlich noch von Freunden gezeigt oder geschickt. Kann man den gleichen Effekt auch für das eigene Unternehmen nutzen? Die Antwort ist: Ja! Mit einer ordentlichen Portion Situationskomik, viel Kreativität und einer unglaublichen Guerilla-Marketing Idee, können auch Unternehmen dasselbe Staunen bei den Menschen hervorrufen wie Naturkatastrophen.

Staunen Buzz Marketing

Welche Vorteile hat das Buzz Marketing? 

In erster Linie punktet das Buzz Marketing mit seiner kostengünstigen Vermarktung, da, je nach Strategie, höchstens Videos produziert werden oder die Produkte zur Verfügung gestellt werden müssen. Auch ist der Streuverlust sehr gering, da hier gezielt die richtige Zielgruppe angesprochen wird. Gleichzeitig wird nur mit Personen über die Produkte gesprochen, bei denen ein gewisses Interesse vorausgesetzt wird. 

Da Werbung immer mehr unseren Alltag bestimmt, gerät sie gleichzeitig auch stetig in Verruf. Für neue Vermarktungsmethoden spielt also Vertrauenswürdigkeit eine sehr wichtige Rolle, die durch das Buzz Marketing nachhaltig bedient wird. Zudem stärken persönliche Gespräche nicht nur das Bewusstsein für Produkte, sondern steigern das Erinnerungsvermögen. Zu guter Letzt können auch kritische Feedbacks bei der Produktoptimierung helfen.

Welche Nachteile hat das Buzz Marketing? 

So schön einfach und vorteilhaft Buzz Marketing klingt, birgt diese Strategie auch ihre Risiken. Ein Unternehmen kann zwar beeinflussen, ob über sein Produkt gesprochen wird, was der Inhalt dieser Message ist, jedoch nicht. Die „Buzzer“ sind nämlich nicht dazu verpflichtet, sich positiv über die Produkte oder über das Unternehmen zu äußern. Besonders, wenn Influencer oder Blogger eingesetzt werden, die auf ihre eigene Glaubwürdigkeit Rücksicht nehmen müssen, können Produkte auch Kritik oder negatives Feedback bekommen. 

Gerade im World Wide Web verselbstständigen sich kritische Thematiken ganz gerne, wodurch Unternehmen Gefahr laufen, Zielscheibe eines Shitstorms zu werden. Gegen die Kraft und Reichweite eines Shitstorms sind Unternehmen meistens machtlos. Dementsprechend können sich Produkte auch kaum von diesen langfristigen Imageschäden erholen.

Buzz Marketing sollte deshalb nicht unbedingt am Anfang einer Vermarktungsstrategie angewendet werden, da so noch Optimierungen vorgenommen werden können, ohne großen Imageschaden davon zu tragen.

Welche Tipps gibt es für erfolgreiches Buzz Marketing?

So einfach sich das Word of Mouth auch anhört, mit einem Fingerschnippen ist es trotzdem nicht getan! Oft steckt genau hinter unterschätzen Strategien der meiste Aufwand. Was Sie zudem brauchen, ist grundlegendes und intensives Fachwissen über Ihre Zielgruppe und den Markt, in dem Sie sich bewegen, um die richtige Methode zu verwenden. 

Außerdem steckt der Teufel auch im Detail, wie viele schiefgelaufene Kampagnen in der Vergangenheit gezeigt haben. Deshalb gilt, dass Kampagnen besser noch mal rein objektiv bewertet werden sollten, um tiefgreifende Imageschäden zu vermeiden.

Die Auswahl der richtigen Strategie ist ein guter Schritt in die richtige Richtung, in der Zwischenzeit können Sie aber auch mit anderen Taktiken erste Erfolgserlebnisse schaffen. Erweitern Sie Ihre Sichtbarkeit auf verschiedenen Kanälen durch Facebook- oder LinkedIn-Anzeigen, um schon im Vorhinein ein Bewusstsein zu schaffen.

Es ist immer sinnvoll, mal ganz offen auf Influencer zuzugehen, die Ihnen bekannt sind. Ihre Chancen könnten sich allerdings verbessern, wenn Sie mit Influencern aus Ihrem Freundes-, Familien- oder Bekanntenkreis sprechen. Teilen Sie alle Ihre Inhalte doch erst mal ausnahmslos überall. 

In sozialen Medien, E-Mails und Blogs können sie maximale Sichtbarkeit erreichen. Das Inhalte viral gehen und plötzlich von Millionen von Menschen angeklickt und geteilt werden, kann nämlich schneller gehen, als man denkt.

Fazit: 

Buzz Marketing hat ganz klar seine Daseinsberechtigung – mehr noch – es ist wohl eine der effektivsten Methoden, sich in das Bewusstsein der Zielgruppe zu schleichen. Wenn dann noch das Bewusstsein mit einem hohen Sensationslevel gekoppelt wird, kann ein regelrechter Hype ausgelöst werden. Allerdings kann der Fall auch dementsprechend tief sein, sollte die Strategie nach hinten losgehen. 

Besonders bei tabuisierten Themen, sollte ein Unternehmen versuchen, eine Vorbildfunktion einzunehmen, um mehrheitlich gesellschaftliche Akzeptanz zu ernten. Wie viele fehlgeschlagene Kampagnen in der Vergangenheit gezeigt haben, sehen viele Unternehmen den Wald vor lauter Bäumen nicht, weshalb immer ein externer Marketingexperte um Rat gebeten werden sollte. 

Ein weitreichender Shitstorm kann für das ein oder andere Unternehmen nämlich auch der Anfang vom Ende bedeuten. Vorab gibt es auch andere Taktiken, die erfolgversprechend sind, wenn Sie richtig eingesetzt werden. Unsere Kunden schätzen unsere objektive Meinung und unser langjähriges Fachwissen. Wir bei InnoONE haben langjährige Erfahrung bezüglich jeder Marketingstrategie und stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Vereinbaren Sie gerne ein unverbindliches Beratungsgespräch, sicher können wir Ihnen weiterhelfen.