Was ist denn eigentlich DeepTech?

von | 12.01.2022 | Allgemein

Haben Sie sich schon mal gefragt, was es mit dem Begriff “DeepTech” auf sich hat? Wenn Sie gerade wild nicken und fuchtelnde Handbewegung machen, haben Sie den Begriff wahrscheinlich gerade verwechselt. 

DeepTech ist nämlich auch eine Musikrichtung, die Deep House und Techno miteinander vereint. Bei dem Begriff “DeepTech” in diesem Zusammenhang, handelt es sich allerdings um eine Branche, die mittlerweile in vielen Artikeln über Startups und Innovationen auftaucht. Vielleicht sind Sie schon einige Male darüber gestoßen und haben sich gefragt, was es mit dieser Branche genau auf sich hat? 

Das Wort “Tech” steht für Technologie, während “Deep” in diesem Zusammenhang für eine tiefgreifende Technologie steht.

Konkret versteht man unter der Branche Unternehmen oder Startups bei denen die Entwicklung von neuartigen Technologie im Mittelpunkt steht. Häufig wird DeepTech auch als Denkschule verstanden, in der die Digitalisierung aller Lebensbereich behandelt wird. In der Regel steht diese Branche zwischen Grundlagenforschung und der Anwendung und vermittelt zwischen Erwartungshaltung und Ansprüchen. DeepTechs haben das Ziel, erfolgreiche und komplexe oder wissenschaftsnahe Innovationen auf dem Markt zu etablieren. Dabei richten sich die Innovationen weniger an den Endverbraucher, sondern mehr an den Geschäftskundenbereich (B2B).

DeepTech

Das sind die DeepTech Anwendungsfelder

DeepTechs haben verschiedene Anwendungsfelder, in denen sie sich bewegen. Allgemein kann man sagen, dass sich DeepTechs der rasanten Entwicklung von neuartigen Technologien zuwenden. Vieles, was heute noch als besonders komplex oder “Deep” charakterisiert wird, wird morgen schon ganz alltäglich verwendet. Dabei ist einer der Schwerpunkte die Robotik, die auch gerne mit dem KI-Bereich (künstliche Intelligenz) für übergreifende DeepTech Innovationen gekoppelt wird. Autonomes Fahren und Fliegen, bei dem manuelle Steuerung überflüssig ist, um Personen oder Waren von A nach B zu transportieren, gelten derzeit auch als großer Bestandteil von DeepTechs.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das “Internet of Things”, in dem unterschiedliche Geräte miteinander vernetzt werden. Das benötigt innovative Technologien, da diese Vernetzung sowohl auf Software- als auch auf Hardwareebene stattfindet. Zu den Anwendungsfeldern gehört aber auch maschinelles Lernen bzw. “Deep Learning”. Bei Deep Learning geht es darum, sich bei der Informationsverarbeitung an biologischen Vorbildern zu orientieren. Die DeepTech Branche beschäftigt sich auch mit Distributed-Ledger: Einer Anwendung, die dafür verwendet wird, neue Formen von Daten-Transaktionen durchzuführen. Dabei wird besonders im FinTech Bereich digitales Geld wie Bitcoin oder Ether transferiert. Der Bereich 3D-Printing ist unter anderem im Health-Tech-Bereich interessant, da in der Zukunft auch Körperteile oder Organe durch 3D-Drucker hergestellt werden sollen.

Bekannte Innovationen durch DeepTechs: 

  • Virtual-Reality-Anwendungen, beispielsweise durch die VR-Brille im Gaming-Bereich.
  • Smarte Roboter, die zum Beispiel in Restaurants eigenständig Aufträge annehmen.
  • Airbus erzeugt mithilfe von 3D-Druckern bereits Komponenten für den Bau von Flugzeugen.
  • Die deutschen Unternehmen Lilium Aviation und Volocopter arbeiten an sogenannten “Flugtaxis”.

Investition und Finanzierung DeepTech Unternehmen

DeepTechs brauchen für die Entwicklung neuartiger Innovationen zwei wesentliche Punkte: Zeit und Geld. Den gerade am Anfang muss viel Kapital in die Forschung gesteckt werden, zudem braucht es auch einige Jahre für die Entwicklung, bis diese Innovationen reif für den Markt sind. Der Geschäftskundenmarkt (B2B) steht dabei mehr im Fokus als nur die Forschung und Entwicklung. Laut einer Studie der Boston Consulting Group hat ein Startup für einen ersten Blockchain-Prototypen ungefähr 200 000 US-Dollar und eineinhalb Jahre Entwicklungszeit gebraucht. Ein BioTech Unternehmen benötigt allerdings mindestens 1,3 Millionen Dollar und ca. 2 Jahre zur Entwicklung. Trotz gewaltiger Unterschiede investieren Venture-Capital-Firmen weltweit in alle Bereiche.

So steht es um DeepTech Unternehmen in Deutschland

Im DeepTech Bereich gibt es weltweit rund 280 erfolgreiche Startups mit einem Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar, davon sind gerade einmal zehn Prozent aus Europa. Auch erfolgreiche DeepTech Unternehmen aus Deutschland sind noch relativ selten. Es gibt einige Faktoren, die der Entwicklung der DeepTech Branche in Deutschland nachhaltig im Weg stehen.

Potenzielle Firmengründer sind in Deutschland meistens in Großunternehmen oder dem veralteten Bildungssystem gefangen. Da DeepTechs auf eine funktionierende und exzellente Forschung angewiesen sind, brauchen Universitäten ein funktionierendes Ökosystem. Doch viele Hochschulen und Universitäten vertreten ein tendenziell wirtschaftsabgewandtes Denken und legen den Fokus eher auf Intellektualität, das oft dem Implementieren von neuartigen Technologien am Markt im Weg steht.

Zudem verfügen Bildungsstätte in Deutschland tendenziell nur über knappe Etats, was die Finanzierung und Starthilfe, die ein DeepTech Startup benötigen würde, sprengt. Israel ist weltweit der führende Standort für DeepTech Unternehmen. Die Struktur von Hochschulen und Universitäten ist für die Unternehmer-Szene richtungsweisend. Israel entwickelt unter anderem Innovationen für die eigene militärische Sicherheit, weshalb viele Innovationen unter Verschluss gehalten werden. Für risikoaffine Venture-Capitalist-Unternehmen ist Israel schon seit Längerem für Investitionen besonders reizvoll. Einen Schritt in die richtige Richtung, um Deutschland als Standort für Technologien und Innovationen voranzubringen, hat die Bundesregierung im Jahr 2020 getätigt. Dabei wurde eine Einrichtung eines Zukunftsfonds in Höhe 10 Milliarden Euro für die kommenden zehn Jahre beschlossen, der ebenfalls einen Deep-Tech-Fond beinhaltet.

DeepTechs in der Zukunft

Der Klimawandel und die Pandemie haben einiges auf den Kopf gestellt, dabei hinterfragen immer mehr Menschen die eigene Lebensgrundlage. Die Gesellschaft ist immer mehr mit der Frage konfrontiert, wie wir künftig leben und wirtschaften wollen. Immer mehr Technologien und Innovationen führen zu einer sinkenden Anzahl erwerbstätiger Menschen, da einige Berufe schlichtweg überflüssig geworden sind bzw. werden. Autonomes fahren wird sich nicht nur negativ auf die Taxi- und Busbranche auswirken, sondern auch auf die Automobilindustrie und ihre Zulieferer. Sind Autos immer und überall verfügbar und fahren eigenständig von A nach B, könnte der Besitz eines eigenen Autos überflüssig werden.

Durch die Megatrends unserer Zeit wie künstliche Intelligenz, Quantencomputer und Biotechnologie könnten viele DeepTechs auch einen sehr positiven Impact für unsere Gesellschaft haben. Beispielsweise das Unternehmen “Biontech”, hat einen Impfstoff und viele andere medizinischen Produkte entwickelt, die vielen Menschen das Leben gerettet haben. Gerade was den Klimaschutz anbelangt, gibt es viele aufstrebende DeepTech-Unternehmen, die einen echten Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die Politik allein wird den Klimawandel nicht aufhalten oder abschwächen können, innovative Unternehmen, die sich zu einem positiven Impact verpflichten, vielleicht schon. 

DeepTech Anwendung: VR

So läuft das richtige Marketing für DeepTech Unternehmen

Wie bei allen anderen Unternehmen spielt das richtige Marketing auch für DeepTech Unternehmen eine entscheidende Rolle. Allerdings unterscheiden sich DeepTechs durch größere Produktkomplexität, der behördlichen Aufsicht und der längeren Markteinführungszeit von anderen Branchen. Deshalb muss auch die Marketingstrategie optimal an den Gegebenheiten angepasst werden. Auf dem Weg zum Markt sollten DeepTechs die Stärke ihres geistigen Eigentums nutzen. Um Kooperationen mit großen Unternehmen an Land zu ziehen, sollten kreative Wege genutzt werden wie beispielsweise Demovideos oder Pitch Decks. Damit wird das künftige Produkt visualisiert und vertrauen vermitteln, durch das langfristig Beziehungen aufgebaut werden können. Communication is key! Originelle Inhalte sollten auch ihren Weg in Social Media Kanäle finden. Umso mehr mit den Kunden kommuniziert wird, umso vertrauenswürdiger wirkt ein Unternehmen. Da bei DeepTechs in die Zukunft investiert wird, ist Vertrauen auch das A und O. Dabei ist es wichtig, regelmäßig soziale Plattformen mit Content zu bespielen. Der Content sollte dabei nicht ausschließlich das Produkt bewerben, sondern auch die Marke des Unternehmens sollte authentisch vermittelt werden.

SEO ist eine weitere wichtige Marketingstrategie zum Erfolg. Dadurch, dass DeepTechs keine alltäglichen Produkte anbieten, wird die Konkurrenz noch relativ überschaubar sein. Das sollten alle DeepTech Unternehmen zu ihrem Vorteil nutzen! Deshalb ist es umso wichtiger, die Präsenz bei Google zu optimieren, damit Kunden sofort auf das DeepTech Unternehmen stoßen, sobald Keywords in der Suchmaschine eingegeben werden.

Fazit

Kaum ein Bereich ist so tief im B2B Bereich verankert wie die DeepTech Branche. Die Endverbraucher werden zwar in langer Sicht von den Technologien eines DeepTech Unternehmen profitieren, haben aber meistens nicht die Mittel selbst zu investieren. Um Investoren und Kunden gerade im Geschäftskundenbereich zu finden, ist es wichtig, das Marketing auch zielgerichtet auszulegen.

Dadurch, dass DeepTechs viel Zeit und Geld zur Entwicklung brauchen, muss das Marketing genau auf die Position von DeepTechs abgestimmt sein, weshalb in jeden Fall Experten miteinbezogen werden sollten. Wir bei InnoONE haben langjährige Erfahrung mit den unterschiedlichsten Branchen und Unternehmen. Sprechen Sie uns gerne an oder vereinbaren Sie gleich ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch mit unseren Experten.